© Eckhard Ernst
© Eckhard Ernst

Projekt

Aussegnungshalle Schönaich

Auftragsvolumen

300 m²

Architekten

Planungsbüro Eckhard Ernst

Fertigstellung

2005

Anwendung

Fassade

Gebäudetyp

Sakralbau

Aussegnungshalle Schönaich

Schönaich, Deutschland

Licht und Holz

War die Begleitung von Trauerfällen bislang die traditionelle Aufgabe der großen Kirchen, verändert sich dies mit der wachsende Zahl von Konfessionslosen und Angehörigen anderer Religionen. Aus der kirchlichen wird zunehmend eine kommunale Angelegen­heit, die entsprechende Räume benötigt. So ließ die Gemein­de Schönaich eine neue Aussegnungshalle errichten, die nun allen Trauernden als Ort der Andacht zur Verfügung steht.

Aus einem geladenen Wettbewerb als Sieger hervorgegangen, realisierte der Stuttgarter Architekt Eckhard Ernst einen schlichten, gläsernen Kubus. Direkt neben der historischen evangelischen Kirche und dem Gemeindehaus aus den 1920er Jahren platziert, verweist die lichte Halle mit ihren vier angeschlossenen Aufbahrungs- und Nebenräumen bereits formal auf das moderne Nutzungskonzept.

Die Konstruktion nutzt hölzerne Pfosten und Riegel mit jeweils 40 Zentimetern Tiefe. Die Glasfassade besteht aus Isolierglas mit einer Einlage aus Holzlamellen im kryptongefüllten Schei­ben­zwischen­raum. Dieses OKAWOOD Holzraster genannte System ermög­licht, dass der Hallenraum zwar Verbindung zum parkartigen Fried­hof nimmt, die Anwesenden jedoch tagsüber vor Einblicken von außen weitgehend geschützt sind. Das einfal­lende Licht erhält durch die Einlage aus elf Millimeter breiten Lamellen aus Merantiholz einen entsprechend der Tages­zeit und Witterung wechselnden Charakter, erzeugt also eine ganz besondere Atmosphäre im Raum. „Das Ergebnis hat unsere hohen Erwartungen noch übertroffen“, so Eckhard Ernst.

Auf einen außenliegenden Sonnenschutzes konnte dank des guten g-Wertes von OKAWOOD Holzraster verzichtet werden (25 Pro­zent Licht­transmission an der Südseite bei niedrigem und 15 Prozent bei hohem Sonnenstand), die Umgebung spiegelt sich so unge­hindert in den Glasflächen. Gleichzeitig bedeutet der Verzicht auf den Sonnenschutz geringere Montagekosten und eine leichtere Reini­gung der Fassaden.

Die Glaselemente bestehen innenseitig aus 8 Millimeter star­kem Einscheibensicherheitsglas mit UV- und Wärme­schutz­­schicht. Der Scheibenzwischenraum mit der Holzeinlage beträgt 18 Millimeter. Als Außenglas dient ebenfalls 8 Milli­meter dickes ESG in den oberen Riegelfeldern, während im untersten Riegelfeld ein Verbundsicherheitsglas eingesetzt ist.

So einfach der Baukörper, so einfach die Gebäudetechnik: Die Lüftung erfolgt durch ein mechanisches System. Es saugt über verdeckte Bodenkanäle Frischluft an und leitet sie am Fuß­punkt der Fassade in den Raum. Dachventilatoren sorgen für den notwendigen Unterdruck, Öffnungsflügel sind nicht vorhanden. Im Sommer lässt sich so eine ausreichende Nacht­abkühlung erreichen, im Winter erwärmen Heizkörper in den Kanälen die Frischluft. Außerdem verfügt das Gebäude in einigen Abschnitten der Bodenplatte über eine Bauteil­akti­vie­rung.

Referenzen