© OKALUX
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Projekt

B4/B6 Hauptverwaltung debis AG

Produkt

OKATHERM

Auftragsvolumen

5.000 m²

Architekten

Richard Rogers Partnership

Fertigstellung

1999

Anwendung

Fassade

B4/B6 Hauptverwaltung debis AG

Berlin, Deutschland

Architektur mit großer Zukunft für einen Platz mit großer Vergangenheit. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Potsdamer Platz entstand der Komplex B4/B6 mit einer Vielfalt an Nutzungen. Leben, Wohnen und Arbeiten gleichermaßen. Geprägt werden die mehr als 57.800 m2 von der großzügig verglasten Fassade und der glasüberdachten Fußgängerstraße. Entsprechend der Vielfalt des Angebotes an die Nutzer waren die Anforderungen an die Fassaden-Gestaltung: Das gebogene, auskragende Alu-Vordach bestimmt die Erscheinung, das Terrakotta-Gesimse die Optik, die Sonderkonstruktion mit motorisierten Fensterflügeln, Senkklappen und die integrierten Beschattungs- und Lichtumlenkungslamellen das Raumklima dieses beeindruckenden großen Komplexes. Der Anforderungskatalog an die Fassaden entstand auf der Grundlage der Klimasimulation. Ziel ist es, durch eine vollständig natürliche Belüftung und je nach Bedarf mittels Kühldecken, eine Behaglichkeitsstufe zu erreichen, in der nicht mehr als 60 Stunden über 28 °C herrschen. Der Fassadenbereich ist horizontal in drei Abschnitte unterteilt; vertikal messen die Module 2,7 m. In den oberen und unteren Abschnitten befinden sich Lüftungsflügel. Je nach Sonnenschutzerfordernis sind die Fenster aus opakem, transluzentem oder transparentem Glas, teils mit außenliegenden Jalousien. Das Panoramafenster bildet den mittleren Fassadenabschnitt und stellt den visuellen Kontakt mit der Umgebung her.

Das Atrium ist gänzlich natürlich belüftet. Frische Luft strömt durch das Plenum ein, das sich zwischen den Läden und den Büroräumen befindet. Um für optimale thermische Bedingungen und garantierten Luftstrom im Atrium zu sorgen, wurden Computersimulationen durchgeführt. Natürliche Sonneneinstrahlung trägt passiv zur Heizung bei und reduziert so den Energieverbrauch im Winter. Die natürliche Belüftung sorgt dafür, dass sowohl im Eingangsbereich als auch in den benachbarten Büros ganzjährig ein angenehmes Raumklima herrscht.

Nutzungsvorgabe waren Büroräume, Wohnungen und Einzelhandel innerhalb eines Gebäudes. Die Ladenzone befindet sich im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss in den Gebäuden B4 und B6 und im ersten und zweiten Geschoss von B8. In den oberen Stockwerken von B4/B6 befinden sich Büros, in Gebäude B8 Wohnungen. Der Gesamtplan zeigt die drei Gebäude als geschlossene Blöcke von jeweils circa 50 m2. Der RRP-Plan öffnet die Süd-Ost-Seite der Blocks in Richtung Park. Diese Gebäudeform lässt Licht in den Hof, das Atrium und die Innenräume fallen. Alle Büros und Wohnungen haben einen direkten Blick über den Park sowie eine renommierte Adresse, da sich der Haupteingang in der Linkstraße befindet. Das Hauptaugenmerk war unter anderem darauf gerichtet, innovative Niedrigenergie-Gebäude mit hohem Verbraucher-Komfort zu schaffen. Der Gesamtplan sah den Eingang zu den Büros auf Ebene 2 in einer Höhe von 10 Metern vor, und den Eingang zu den Wohnungen auf Ebene 3 in einer Höhe von 13 Metern. Dieser potentielle Nachteil wurde in einen der zentralen Punkte des Designs umgewandelt: Das Öffnen aller drei Blocks verstärkt die vertikale Zirkulation. Der spektakuläre Treppenabschnitt zu den Rolltreppen und Aufzügen sorgt für eine klare Flächennutzung und für eine direkte Verbindung zwischen Eingangsebene und dem Park für die Bürogebäude. Die Wohnungen sind um einen terrassenförmig angelegten Hof herum angeordnet; die oberen Appartements erfreuen sich eines Blickes über den Park.

Der Komplex B4/B6 der Debis-Gesellschaft für den Potsdamer Platz zeigt die vielfältigsten bautechnischen Speziallösungen, die einem städtebaulich so bedeutsamen Areal, den Anforderungen eines anspruchsvollen Bauherren und den architektonischen Vorstellungen überhaupt erst gerecht werden: Das Dach ist als Kissendach ausgebildet. Die hängende Glasfassade bildet den Abschluss für den grossen Innenhof. Die Sitzungsräume sind in der markanten Rotunde integriert, die Cafeteria in der als Ellipsoid ausgebildeten Erdgeschoss-Ebene. Hier waren aufgrund des Volumens und der spezifischen Gegebenheiten an die vorgehängte Glas-/Metallfassade enorme Anforderungen zu stellen.

Referenzen