© Fernando Guerra | FG+SG
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Projekt

Cité de l´Ocean et du Surf

Auftragsvolumen

645 m² | 118 m² | 28 m²

Architekten

Steven Holl Architects
mit Solange Fabião
und Rüssli Architekten

Fertigstellung

2011

Anwendung

Fassade

Cité de l´Ocean et du Surf

Biarritz, Frankreich

Schwungvoll eingebettet – Museum für Meereskunde und Surfgeschichte in Biarritz von Steven Holl mit KAPILUX

Das See- und Heilbad Biarritz an der französischen Atlantikküste ist eines der beliebtesten Ziele in Europa für Surfen und Windsurfen. Die Küstenregion ist weitgehend den Sportlern vorbehalten – ein idealer Ort also, um ein interaktives Museum über den Lebensraum Ozean und den Surfsport zu errichten.

Auf den ersten Blick mutet das „Cité de l'Océan et du Surf" mit seiner unkonventionellen, dynamischen Bauform wie ein Teil der Landschaft an. Schwungvoll gestaltete Rampen arbeiten sich wellengleich aus dem Erdboden und lassen Gebäude und Topographie ineinander verschmelzen. Wie Felsbrocken liegen in dieser gebauten Landschaft gläserne Kuben, die besonders bei einbrechender Dunkelheit den eigenständigen Charakter der Gebäudeformation unterstreichen. Im Inneren bietet der Neubau Raum für unterschiedliche Funktionen – Museum, Kulturzentrum, Veranstaltungshalle und Restaurant. In den Ausstellungsräumen des Museums werden wissenschaftliche Phänomene des Meeres erläutert, während der Skate-Pool mit Veranda und Surf-Kiosk als kultureller Anlaufpunkt für Surfer und andere Wassersportler dient.

“Unter dem Himmel, unter dem Meer” („under the sky”, „under the sea”) beschreibt Steven Holl, der das Museum in Zusammen­arbeit mit der brasilianischen Architektin und Künstlerin Solange Fabião entworfen hat, seinen Leitgedanken für das räumliche Konzept. Der Besucher soll sich im Inneren des Museums wie unter der Wasseroberfläche fühlen. Dafür sorgt eine konvex geformte Betondecke, die den Eindruck einer großen Welle vermittelt. Schwungvoll prägt sie den Charakter der Ausstellungs­räume im Untergeschoss, die durch Rampen mit der Eingangs­halle und der Lobby verbunden sind. So entsteht auch im Gebäude eine spürbare Dynamik. Im Außenraum zeichnet die konkave Form eine große Geste: Sich zum Himmel und zum Meer hin öffnend, scheint die weitläufige Dachfläche in Dialog mit den sich in der Ferne brechenden Wellen zu treten.

Im spannungsvollen Kontrast zu den weichen Gebäudelinien stehen zwei Glaskuben, welche die Dachfläche durchbrechen. Sie ermöglichen Ein- und Ausblicke, zudem sorgt die transluzente Verglasung neben transparenten Glasflächen für eine helle und offene Atmosphäre im Innenraum. Die transluzente Hülle besteht dabei überwiegend aus Gläsern mit einer Kapillareinlage – KAPILUX T von OKALUX. Die Isoliergläser streuen das Tageslicht tief und gleichmäßig in die größtenteils unterirdisch liegenden Räume und bieten zugleich sehr guten Sonnen- und Blendschutz. Diese Eigenschaften ermöglichen es, den Kunstlichtbedarf zu verringern sowie den Wärmeeintrag und damit die Kühllasten des Gebäudes zu reduzieren.

Energieeffizienz und höchster Nutzerkomfort – dafür steht der Einsatz von Kapillargläsern in Gebäuden. Das „Cité de l'Océan et du Surf" greift damit gleich in zweifacher Hinsicht das Thema Nachhaltigkeit auf: Während die Ausstellung das Ziel verfolgt, ein Bewusstsein für den nachhaltigen Umgang mit dem Ozean zu schaffen, setzt die Fassade mit ihrer Verglasung ein attraktives und zugleich effektives Zeichen für den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Referenzen