© Ali Moshiri
© Ali Moshiri

Projekt

Flusspferdhaus - Zoologischer Garten

Produkt

OKATHERM

Auftragsvolumen

1.700 m²

Architekten

Jörg Gibl

Fertigstellung

1998

Anwendung

Fassade | Dach

Gebäudetyp

Sonstiges

Flusspferdhaus - Zoologischer Garten

Berlin, Deutschland

Die bogenförmig geschwungene Halle öffnet sich dem Besucher mit dem Betreten und bietet eine rasche, leichte Orientierung über die hier inszenierte Gesamtsituation. Gleichzeitig wird die Perspektive über die lange Diagonale hinaus ins Freigehege gerichtet, so dass der Bezug zur Natur für Besucher und Tiere erhalten bleibt. Der Charakter der Innenanlagen wird durch intensive Pflanzungen bestimmt, die dem natürlichen Lebensraum der Tiere entsprechend differenziert gestaltet sind. Innenanlagen und Bassin sind gleichermaßen von der Glas-Stahl-Konstruktion überwölbt, deren Membranform nach Norden abfällt, so dass der Besucher mit dem Sonnenlicht im Rücken die Anlagen im optimalen Licht betrachten kann.

Der bereits 1844 eröffnete Berliner Zoo erhielt Ende der Neunziger Jahre ein neues Flusspferdehaus. Die Besonderheit ist die frei überspannte, verglaste Netzkuppel, die in ihrer doppelt gekrümmten, fließenden Form zwei Becken mit unterschiedlichen Radien umschließt. Die Glaskuppel überspannt das Flusspferde-Becken mit rund 29 m Durchmesser und das 21 m-Becken für die Zwerg-Flusspferde, während die Besucherhalle in die beiden Becken kreisförmig einschneidet. So stellen die Becken in ihrem Grundriss Kreisausschnitte mit einem Zentriwinkel von rund 225° dar.

Der Entwurf des Architekten mit dem harmonischen Übergang beider Kuppeln wurde in einer eleganten Art und Weise umgesetzt, wobei die Translationsflächen ein gleichmaschiges Netz aus ebenen Vierecksmaschen und damit eine glatte Isolierverglasung mit rechtwinkligen Scheiben ermöglichen. Für den Einschnitt der Besucherhalle in die Kuppelkonstruktion wird ein auf seiner Spitze stehender Kreiskegel mit 8° Neigungswinkel beschrieben, welcher die Kuppel in einem frei geschwungenen Rand schneidet. Die Fläche des Kegels stellt die Fassadenfläche dar, die durch die 8° als Regelfläche ebenfalls verwindungsfrei verglast werden kann. Der Entwurf des Architekten zeigt die Möglichkeiten auf, Netzkuppeln in nahezu beliebiger Form mit Hilfe von Translationsflächen darzustellen und durch das sich daraus ergebende gleichmäßige Netz mit ebenen Scheiben auch wirtschaftlich herzustellen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Fertigung und die Logistik der Viereckscheiben. Diese sind trapezförmig, jedoch mit kaum wahrnehmbaren, minimal unterschiedlichen Abmessungen.

Referenzen