© Christian Schwab
© Christian Schwab

Projekt

Hochschule für Technik und Wirtschaft

Auftragsvolumen

200 m²

Architekten

MGF Architekten GmbH

Fertigstellung

2007

Anwendung

Fassade | Sonstiges

Gebäudetyp

Lehr- und Bildungsbau

Hochschule für Technik und Wirtschaft

Aalen, Deutschland

Wandelbar

Wer die Stadt Aalen auf der Bundesstraße 29 umfährt, dessen Blick streift unwei­ger­lich die neuen Gebäude der Hochschule für Technik und Wirtschaft: drei solitäre hölzerne Kuben in leichter West­hanglage am Waldesrand. Grund für die prägnante Erschei­nung des Gebäudekomplexes ist die nahezu vollständige Verkleidung der Einzelbauten mit Holz – ein eher ungewöhn­liches Fassa­den­material für Objekte dieser Größen­ordnung.

Die zwei dreigeschossigen, länglichen Gebäuderiegel nehmen die Semina­rräume für die Fachbereiche Elektronik, Optik und Infor­matik auf. Die Kuben folgen in ihrer Ausrichtung den Höhen­linien und liegen sich leicht versetzt gegenüber, sodass im Zentrum ein langgestreckter, schmaler Campus entsteht. Das dritte Gebäude im Ensemble, die Bibliothek, unterscheidet sich lediglich im Umfang von seinen Nachbarbauten. Ebenfalls entlang des Campus ausgerichtet, verstärkt dieser Kubus die ein­drück­liche Wirkung einer Straßenflucht im Zentrum des Ensembles.

Anliegen der Archi­tek­ten war es, die natürliche Anmutung der Gebäude von Außen auch im Innenraum fortzuführen. Aus diesem Grund wur­­de die Trag­kons­truktion, ein Stahl­beton­skelettbau, größten­teils sicht­bar gelassen und für den inneren Raum­ab­schluss eine raumhoch verglaste Holzpfosten-Riegel-Konstruktionen gewählt. Die äußere Hülle bilden bewegliche Sonnenschutz­elemente mit Lamellen aus unbehandeltem Lärchenholz, die in einem Abstand von 60 Zentimetern vor die Glasfassade montiert sind. Diese ebenfalls 60 Zentimeter breiten Elemente prägen das Aussehen der Längsfassaden und stellen einen Bezug zum angrenzenden Wald und den natürlich gewach­senen Formen der Umgebung her.

Die auf einer Stahlunterkonstruktion befestigten Läden können mit einem Drehmechanismus innerhalb von 90 Sekunden senkrecht gestellt werden, sodass die dahinter liegende Verglasung zum Vorschein tritt. Je nach Position der Sonnen­schutzelemente wandelt sich die Außenansicht der Gebäude: Es entsteht ein Wechselspiel aus Transparenz und Ge­schlossenheit. Um auch in den verglasten Eingangs­bereichen der drei Gebäude die Lamellenoptik fortzuführen, entschieden sich die Architekten für den Einsatz von OKAWOOD Holzraster von OKALUX – ein Isolierglas mit Meranti-Holzlamellen im Schei­ben­­zwischenraum. Das filigrane Holz­raster wirkt als Sonnen- und Blendschutz und lässt warm getöntes Tageslicht in den Raum fallen bei weiterhin guter Durchsicht nach außen. So ist einerseits die Belichtung der Flurzonen mit Tageslicht ge­währ­leistet, andererseits wird in der Außenansicht die Lamel­len­struktur nicht unterbrochen – die natürliche Anmutung der hölzernen Kuben bleibt durchgängig erhalten.

Referenzen