© Martin Donlin
© Martin Donlin

Projekt

Holywood Arches Health Centre

Produkt

OKACOLOR

Auftragsvolumen

75 m²

Architekten

Todd Architects
Penoyre & Prasad LLP

Fertigstellung

2006

Anwendung

Fassade

Gebäudetyp

Krankenhaus

Holywood Arches Health Centre

Belfast, Großbritannien

Hommage an alte Heilkünste – Martin Donlin gestaltet Fassade des Holywood Arches Health Centre mit OKACOLOR

Rund 75 Quadratmeter misst die farbige Glasfront, die den Eingang zum Holywood Arches Health Centre in Belfast akzentuiert. Das 15 Meter hohe "Superfenster" erstreckt sich über alle drei Obergeschosse hinweg und wurde vom britischen Glaskünstler Martin Donlin gestaltet.

Hervorgegangen aus einem Architektenwettbewerb, dient das Gebäude als Gesundheitszentrum mit verschiedenen Fachärzten, Therapeuten und Betreuungsdiensten. Auf den ersten Blick gibt sich das Äußere des Gebäudes rational und klar gegliedert. Doch etagenweise leicht versetzte Fensterachsen, ein runder Eckverlauf und ein schmales Leuchtband am Trauf überraschen den Betrachter, der eigentlich ein strenges Öffnungsraster erwartet. Mit dieser bewussten Abkehr von normierten Sichtweisen sollen emotionale Signale an die Umgebung gesendet werden.

Auch das "Superfenster" folgt diesem Ansatz. Martin Donlin wählte leicht wiedererkennbare Blatt- und Blütenformen als Grundmotive, farblich modifiziert und in übergroßem Maßstab dargestellt. Besucher und Patienten nicht zu befremden, war das Ziel von Martin Donlin. Die Motive selbst sind Referenzen an alte, auf Pflanzen und Kräuter basierende Heilmethoden.

Die überwiegend in Blau gehaltene Glaskunst lässt sich im Stadtbild bereits von weitem erkennen - besonders natürlich in der Dunkelheit, wenn die Räume dahinter beleuchtet sind. Denn nicht das Treppenhaus, sondern Arbeitsräume befinden sich hinter dem Glasbild - daher war es für den Bauherren besonders wichtig, dass ausreichend Tageslicht durch die Glasflächen ins Innere gelangt und die Motive beidseitig gut ablesbar sind.

Die technische Umsetzung wie auch die Montage der einzelnen, bis zu fünf Quadratmeter großen Einzelgläser betreute das Paderborner Unternehmen Glas+Räume. Weil als Structural Glazing konzipiert, waren die Sicherheits­an­forderungen an die Verglasung sehr hoch; so erfolgte die Ver­klebung der Gläser nach der aufwändigen Montage durch einen eigens eingeflogenen Spezialisten.

Donlins Entwurf gelangte mittels eines digitalen Druck­verfahrens auf das Glas, das individuelle Farbverläufe, Fotos, Grafiken oder beliebige andere Motive auch in Einzelauflagen wirtschaftlich umsetzt. Das OKACOLOR genannte Verfahren nutzt anorganische und damit hoch UV-beständige Farben, die obwohl nicht eingebrannt, vergleichbar kratzfest sind. OKACOLOR lässt sich bei Einfach-, Isolier- oder Verbundglas nutzen; bei Isolierverglasungen wird die Beschichtung in der Regel auf Position 2 der Außenscheibe appliziert. Durch die Verwendung unterschiedlichster Vorlagen wie Dias, Foto­abzügen oder digitalen Entwürfen ist OKACOLOR sehr vielseitig einsetzbar - und gibt nicht nur der Glaskunst ganz neue Impulse. Denn auch profanere Motive wie Stein-, Holz- oder textile Optiken sind mit OKACOLOR machbar.

Referenzen