© Peter Ferstl, Stadt Regensburg
© Peter Ferstl, Stadt Regensburg

Projekt

Mehrzweckhalle Burgweinting

Produkt

OKALUX

Auftragsvolumen

170 m²

Architekten

Tobias Ruf, Hochbauamt Regensburg

Fertigstellung

2004

Anwendung

Fassade | Oberlicht

Gebäudetyp

Sportstätte

Mehrzweckhalle Burgweinting

Burgweinting, Deutschland

Nennleistungen) mit einer Gesamtleistung von 10 kWp. Die polykristallinen Siliziumzellen wurden zu ihrem Schutz in einem Gießharzverbund zwischen zwei TVG-Sicherheitsgläser eingebettet. Auf der In-nenseite der zweiten TVG-Scheibe ist eine Wärmeschutzbeschichtung aufgebracht, die zusammen mit den Siliziumzellen die Wärme-Strahlung reflektiert. Der Glaszwischenraum ist mit Krypton gefüllt, der Randverbund mit einer Kabeldurchführung gasdicht ausgeführt. Die innere Scheibe ist als VSG-Sicherheitsglas ballwurfsicher ausgeführt. Insgesamt erreicht die Verglasung einen Wärmedurchgangskoeffizienten (g-Wert) von 0,146 und einen Ug-Wert von 1,1 W/m2K. Bei der Entwicklung lag eine Schwierigkeit darin, die von der Simulation geforderten Lichttransmissionswerte direkt und diffus für den Gesamtglasaufbau zu erreichen. Ermöglicht wurde dies durch zwei hellmatte, 0,38 mm starke PVB-Folien. Mit diesem Aufbau der Isolierverglasung wurde ein hoher Schutz vor Wärmestrahlung im Sommer, ein geringer Wärmeverlust im Winter und gleichzeitig eine blendfreie Ausleuchtung der Halle mit Tageslicht erreicht. Zusätzlich erzeugt die Fassade noch Strom durch Sonnenlicht, der in das öffentliche Netz eingespeist wird. Die Ost- und Westseite wurde energetisch nicht genutzt.

Um eine blendfreie Ausleuchtung der Halle zu gewährleisten, wurden lichtstreuende Gläser OKALUX K vom Isolierglas-Spezialisten OKALUX eingebaut. Im Scheibenzwischenraum der Isolierverglasung liegen senkrecht zur Scheibe unzählige Kapillarröhrchen aus Kunststoff (PMMA). Sie streuen das einfallende Licht und leiten es an die Innenscheibe weiter, wo es durch ein Vlies nochmals gestreut wird. Die direkte Lichttransmission ist gleich Null - die Sonne ist als Lichtquelle nicht zu sehen. Die Verglasung verhindert eine Blendwirkung, erreicht aber durch eine diffuse Lichttransmission von 0,30 die gleichmäßige Ausleuchtung der Halle mit Tageslicht. Der sehr niedrige g-Wert von 0,17 minimiert den sommerlichen Wärmeeintrag, ein Ug-Wert von 0,9 W/m2K bietet den erforderlichen Wärmeschutz im Winter. Die Nordseite ist mit einer Wärmeschutzverglasung ausgeführt. Die drei verschiedenartigen Glasaufbauten ermöglichen die beschriebenen Eigenschaften für den Innenraum und tragen zu einem interessanten architektonischen Wechselspiel der Fassadenansichten bei.

Um den Wärmeeintrag im Sommer und die Wärmeverluste im Winter durch Lüften zu minimieren, wurde ein gesteuertes natürliches Lüftungssystem eingebaut. Die Simulation ergab, dass Zu- und Abluftöffnungen auf zwei gegenüberliegenden Seiten mit einem freien Öffnungsquerschnitt von 1,5 m2 erforderlich sind, um die Halle natürlich zu belüften - durch thermischen Antrieb, unabhängig von Windrichtung und Windgeschwindigkeit. Innen und außen sind am Gebäude Wärmefühler angebracht. Im Sommer wird die Halle durch Nachtbelüftung heruntergekühlt. Die Sichtbetonflächen wirken als Kühlrippen und geben zeitverzögert die Kühle am Tag wieder ab. Die Zuluftöffnungen im Sockelbereich sind nicht sichtbar: Lamellenfenster, deren Klappen mit einer Vakuumdämmung belegt sind, befinden sich außen hinter einer Lärchenholzschalung und innen hinter der Prallwandverkleidung. Die Abluftklappen sind als Senk-Klapp-Fenster in der Ost- und Westfassade flächenbündig integriert. Im Winter ermöglicht das Belüftungssystem innerhalb kürzester Zeit einen Luftaustausch ohne große Wärmeverluste. So erweist sich das Konzept der Sporthalle im Zusammenspiel der verschiedenen Elemente als innovativ und zugleich wirtschaftlich.

Referenzen