© Gerhard Hagen
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Projekt

Shalom Europa - Jüdisches Gemeinde- und Kulturzentrum

Produkt

OKASOLAR W

Auftragsvolumen

45 m²

Architekten

Architekten Gerhard Grellmann, Rainer Kriebel, Christian Teichmann

Fertigstellung

2006

Anwendung

Fassade

Shalom Europa - Jüdisches Gemeinde- und Kulturzentrum

Würzburg, Deutschland

Sie werden wieder zunehmend Teil des Stadtbildes, die jüdischen Synagogen in Deutschland. Wie in München am St. Jakobplatz haben auch die rund 1100 Juden in Würzburg seit der Eröffnung des jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrums „Shalom Europa“ jetzt wieder eine religiöse Heimat. Nach fünf Jahren Bauzeit wurde das Gemeindezentrum im Oktober 2006 eröffnet. Der Gebäudekomplex verkörpert Sicherheit von außen sowie Geborgenheit und Atmosphäre von innen und schafft damit den Rahmen sich zu begegnen und anzunähern. Von außen lässt sich nur erahnen, welche Atmosphäre im Innenraum des Jüdischen Kultur- und Gemeindezentrums an der Valentin-Becker-Straße in Würzburg herrscht: Vorwiegend geschlossene Fassadenflächen dominieren die Außenansicht, nur vereinzelte Einblicke lassen großzügige Transparenz im Innen vermuten. Der rundum geschlossene Gebäudekomplex besteht aus mehreren Baukörpern, die sich um einen Innenhof gruppieren. So entsteht, abgeschirmt vom regen Treiben im Außenraum, ein Ort der Ruhe und Besinnung sowie der Begegnung und Kommunikation.

Die bereits um 1970 eingeweihte Synagoge wurde in den Komplex eingebunden und schließt mit ihrem neu gestalteten Foyer die Anlage im Nordosten. Im Südosten definiert ein langgestreckter, zum Außenraum geschlossener Baukörper das Ensemble. Hier befinden sich Gemeinde- und Seminarräume, die über den Innenhof großzügig belichtet werden. Das Museum im Westflügel ist zur Straße hin abgeschlossen, jedoch vom Innenhof großzügig einsehbar, wohingegen sich der darüber liegende Gemeindesaal beidseitig öffnet. Über dem Gemeindesaal befindet sich außerdem ein Dokumentationszentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken. 

Die Fassade des Westflügels zur Valentin-Becker-Straße wurde in Ahnlehnung an die Tempelmauer in Jerusalem mit Sandstein verkleidet. Dem Gemeindesaal ist eine großflächige, künstlerisch gestaltete Glasfront vorgehängt. Sie kennzeichnet visuell die besondere Nutzung, zudem schützt die punktgehaltene, sandgestrahlte Glashaut vor Einsicht, Lärm und starkem Sonnenlicht. Die Glasfront wird im Erd- und Dachgeschoss von einem schmalen Oberlichtband mit integriertem Lichtlenksystem gesäumt. Das Sonnenschutzisolierglas OKASOLAR W von OKALUX mit seiner Einlage aus starr montierten, verspiegelten Aluminiumlamellen kontrolliert die Sonneneinstrahlung in den Ausstellungsräumen im Erdgeschoss sowie im Dokumentationszentrum im Dachgeschoss. Die dreidimensional geformten, richtungsselektiven Spiegelprofile sind so positioniert, dass entsprechend der Himmelsrichtung ein jahres- und tageszeitgesteuerter Sonnenschutz entsteht. Licht aus dem hellen fensternahen Bereich wird in die Tiefe des Raumes gespiegelt, sodass der Raum gleichmäßig ausgeleuchtet wird. Übersichtlichkeit, Transparenz, Durchblick und Ausblick – diese Kriterien kennzeichnen das neue Jüdische Gemeindezentrum.

Referenzen