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Projekt

Wohn- und Geschäftshaus Langenzipen

Produkt

OKACOLOR

Auftragsvolumen

1.100 m²

Architekten

nps tchoban voss

Fertigstellung

2006

Anwendung

Fassade

Wohn- und Geschäftshaus Langenzipen

St. Petersburg

Glasfassade im Gründerzeitlook

Die zahlreichen Bauwerke der russischen Gründerzeit prägen den St. Peters­burger Stadtbezirk „Petrograder Seite“ noch heute deutlich. In dieser Umgebung gestaltete der Architekt Sergei Tchoban, Berlin, ein ehemaliges viergeschossiges Fabrikgebäude aus dem Jahre 1965 in ein modernes Wohn- und Geschäftshaus um.

Das bestehende Gebäude wurde komplett entkernt und die Fassade abgetragen. Lediglich die tragende Stahlkonstruktion blieb erhalten und bildete die Grundlage für den neuen Entwurf des Wohn- und Geschäftshauses. Um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, wurde der Bestand um zwei weitere Geschosse aufgestockt, die in der Flucht leicht zurück springen und abgesehen von Größe und Aufteilung der Fensterformate in der Gestaltung vom bestehenden Baukörpers kaum abweichen. Das eigentliche entwurfsprägende Element sind die unter­schiedlich gestalteten Fassaden des Bauvolumens: Während Nord- und Südfassade mit Naturstein verkleidet sind und nur schmale, vertikale Öffnungen aufweisen, folgen die der Straße zugewandte Westfassade sowie die rückwärtige Ostfassade konträren Gestaltungskriterien. Die beiden Längsseiten sind in ihrer Ansicht komplett verglast, allerdings in zwei Ebenen, sodass im Gesamtbild eine Lochfassade mit klar abgetrennten Fensteröffnungen entsteht.

Anliegen des gebürtigen St. Petersburger Architekten Tchoban war es, den Genius Loci in dem neuen Gebäude zu reflektieren. Aus diesem Grund suchte er eine Möglichkeit, die prägende Ornamentik der umgebenden Gründerzeitbauten auf die Fassade zu übertragen, allerdings mit zeitgemäßen Materialien und Technologien. Daraus resultierte die Idee, die Fensterzwischenräume mit Glas zu verkleiden, welches zuvor rückseitig mit Ornamenten und Reliefmotiven der Jahrhundert­wende bedruckt wurde. In warmen Sepia-Farbtönen umrahmen die bis zu vier Meter hohen, nicht-transparenten Glasstreifen die Fenster mit Amphoren-, Säulen- und Girlanden-Motiven, die im Zusammenspiel mit ruhigeren Bossenputz- und Gesims­band-Elementen eine stimmige Gesamtkomposition bilden.

Die punktgehaltene Einfachverglasung mit zehn bzw. acht Millimeter Stärke wurde mit dem OKACOLOR-Verfahren von OKALUX beschichtet. Dieses digitale Druckverfahren garantiert eine fotorealistische Bild­wiedergabe mit hoher Farbbrillanz und eignet sich besonders für den Druck unterschiedlicher Einzelmotive. Da sich jede Glasscheibe mit einer beliebigen Zahl an Farben versehen lässt, ermöglicht es großen Gestaltungsspielraum etwa bei der Ornamentik der Fassade.

Diese Technologie verleiht dem zeitgenössischen Gebäude das Gesicht einer vergangenen Stilepoche und zollt so dieser nach wie vor im unmittelbaren Umfeld präsenten Baukultur Respekt – zeitgleich bekennt es sich deutlich zur Modernität, ohne jedoch als Fremdkörper in Erscheinung zu treten.

Referenzen